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Auszenputz auf Ziegelmauerwerk - einfach, sicher, wirtschaftlich - Merkblatt fuer die fachgerechte Planung und Ausfuehrung P U T Z S Y S T E M E Auszenputz auf Ziegelmauerwerk 1. Einleitung Dieses Merkblatt wendet sich an Planer und Ausfuehrende der Maurerund der Putzarbeiten. Verputztes einschaliges Ziegelmauerwerk ist eine seit langem bewaehrte Auszenwand-Konstruktion. Seine grosze Verbreitung beruht auf der hohen Ausfuehrungszicherheit, der Wirtschaftlichkeit und der Vielfalt der Gestaltungsmoeglichkeiten. Putze und Ziegel sind mineralische Baustoffe, die sich in der Wand in idealer Weise ergaenzen. 2. Baustoffe 2.1 Ziegel Ziegel nach DIN 105 oder nach allgemeinen bauaufsichtlichen Zulaszungen fuer Auszenwaende bestehen aus porosiertem gebrannten Ton und Luftkammern (siehe Bild 1). Fuer einschalige verputzte Ziegelauszenwaende werden heute ueberwiegend waermedaemmende Ziegel mit Rechenwerten der Waermeleitfaehigkeit fuer das Mauerwerk zwischen 0,11 und 0,18 W/(m K) eingesetzt. Die Ziegel mueszen wie alle Wandbaustoffe gueteueberwacht und zertifiziert sein. Der Ziegelhersteller musz ueber ein gueltiges uebereinstimmungszertifikat verfuegen. Mit verputzten Ziegelwaenden koennen bei geeigneter Materialauswahl alle statischen und bauphysikalischen Anforderungen, wie z. B. Tragfaehigkeit, Waerme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz, sicher erfuellt werden. 2.2 Auszenputz/Auszenputzsysteme Auszenputze bzw. Auszenputzsysteme sind ein wichtiger Bestandteil der Auszenwand, da sie das dahinter liegende Mauerwerk dauerhaft vor Witterungseinflueszen schuetzen und wesentlich zu den bauphysikalischen Eigenschaften der Auszenwand beitragen. Diese Eigenschaften werden durch die Kombination von Festigkeit und waszerabweisender Wirkung des Putzes sowie der Putzdicke gewaehrleistet. Auszenputze werden heute in der Regel aus Werktrockenmoertel hergestellt, maschinell gemischt, gefoerdert und verarbeitet. Auszenputze sind in DIN 18550-1 bis 4 Putz genormt. Dabei wird nach ihrem Einsatzbereich unterschieden zwischen Auszenwandputz oberhalb des Sockels, Sockelputz und Kellerwandputz im erdberuehrten Bereich. Fuer waermedaemmendes Ziegelmauerwerk haben sich besonders Leichtputze nach DIN 18550-4 bewaehrt. Ebenfalls haben sich Waermedaemmputzsysteme (nach DIN 18550-3 oder mit Zulaszung) auf Ziegelmauerwerk bewaehrt, welche in einem eigenen Merkblatt beschrieben werden [1]. 3. Hinweise fuer den Planer und die Bauleitung 3.1 Allgemeine Planungsgrundsaetze Die Beachtung einiger weniger Planungsgrundsaetze reicht aus, um die Vorauszetzungen fuer ein dauerhaftes Auszenwandsystem zu schaffen. Homogener Putzgrund Grundsaetzlich ist Mischmauerwerk zu vermeiden. Durch Verwendung von 2 Bild 1 Zulaszungsziegel Bild 2 Erker mit Ziegelrollladenkasten Bild 3 Homogener Putzgrund P U T Z S Y S T E M E Ergaenzungsprodukten, wie z. B. Eckziegel, Ziegelrollladenkaesten (siehe Bild 2), Ziegelstuerzen und Deckenabmauerziegeln wird ein homogener Putzgrund geschaffen (siehe Bild 3). Dies vermindert Zwaengungszpannungen aus Verformungsunterschieden, die den Putz zusaetzlich beanspruchen koennen. Bei Verwendung von auszen liegenden Waermedaemmplatten, die das Mauerwerk zur Reduzierung von Waermebruecken z. B. vor Betonbauteilen oder Rollladenkaesten unterbrechen, sind besondere Masznahmen notwendig (z. B. die Verwendung einer Putzbewehrung (siehe Bild 4). Diese Masznahmen sind in den Merkblaettern fuer XPS-R-Platten [2] und fuer Holzwolle-Leichtbauplatten [3] beschrieben. Trennlage im Deckenauflager Baustoffspezifische Verformungen aus Stahlbetondecken werden am Deckenauflager in das Mauerwerk eingeleitet. Das Einlegen einer Trennlage, vorzugsweise Bitumenbahn nach DIN 52128 - R 500, entkoppelt diese Deckenverformungen weitgehend vom Auszenmauerwerk (siehe Bild 5) und wird daher zur Ausfuehrung seit vielen Jahren empfohlen [4].Geeignete Auszenputzsysteme Geeignete Auszenputzsysteme Die Eigenschaften von Ziegelmauerwerk und Auszenputzsystem mueszen aufeinander abgestimmt sein. Fuer waermedaemmendes Ziegelmauerwerk mueszen daher geeignete Auszenputze verwendet werden. Dies koennen sein: Putzsysteme nach DIN 18550-4 mit Leichtunterputzen, Waermedaemmputzsysteme nach DIN 18550-3 (s. Merkblatt [1]), speziell vom Putzmoertelhersteller als geeignet empfohlene Putzsysteme. Mindeststandzeit des Unterputzes Eine Grundvorauszetzung fuer einen schadenfreien Auszenputz ist eine ausreichende Mindeststandzeit des Unterputzes. Daher ist bereits bei der Planung die erforderliche Mindeststandzeit von 1 Tag je mm Unterputzdicke vor dem Auftrag des Oberputzes zu beruecksichtigen ( Bei feuchtem Putzgrund siehe Abschnitt 5). 3.2 uebliche Schutzmasznahmen Vorauszetzung fuer ein verputzfaehiges Mauerwerk ist ein tragfaehiger, staubfreier, sauberer und ausreichend trockener Putzgrund. Um einen stark durchfeuchteten Putzgrund zu vermeiden, sollten die bei Mauerwerk ueblichen Schutzmasznahmen durchgefuehrt werden wie z. B.: Ableitung des Niederschlagswaszers von Dachflaechen ueber provisorische Regenfallrohre mit moeglichst groszem Rohbauabstand (siehe Bild 6). Hierzu ist eine rechtzeitige und gesonderte Beauftragung erforderlich. Schutz des Mauerwerks vor uebermaesziger Durchfeuchtung bei langanhaltenden Niederschlaegen oder wenn starke Niederschlaege zu erwarten sind siehe z.B. Bild 7. 3.3 Besondere Schutzmasznahmen In Faellen laengerer Arbeitsunterbrechungen, z. B. Standzeit des Rohbaus in der Winterperiode, sind besondere Schutzmasznahmen erforderlich. Diese mueszen geplant und gesondert ausgeschrieben und verguetet werden. (VOB/B 4 Abs. 5 i. V. m. ATV DIN 18299 Allgemeine 3 Bild 4 Beispiel einer Diagonalbewehrung Bild 5 Trennlage aus Bitumendachbahn DIN 52128-R500 im Deckenauflager Bild 6 Ableitung von Dachflaechenwaszer Bild 7 Abdeckung von Mauerkronen mit Dielen Auszenputz auf Ziegelmauerwerk Regelungen fuer Bauarbeiten jeder Art Nr. 4.2.6). Eine dieser besonderen Schutzmasznahmen kann z. B. das vorgezogene Aufbringen eines waszerabweisenden Unterputzes sein. 4. Anforderungen an die Ausfuehrung des Mauerwerks 4.1 Allgemeines Vorauszetzung zur Erstellung eines funktionsfaehigen Auszenputzsystems ist ein fachgerecht errichtetes Mauerwerk nach DIN 1053 Mauerwerk oder der jeweiligen Zulaszung und DIN 18330 Mauerarbeiten (VOB/C). Grundsaetzlich ist Mischmauerwerk zu vermeiden. 4.2 Lagerung der Baustoffe Auf der Baustelle sind alle Baustoffe bodenfrei und ausreichend trocken zu lagern und vor Verschmutzung zu schuetzen. 4.3 Lagerfugen Lagerfugen mueszen vollfugig ausgefuehrt werden (siehe Bild 8). Zur Fugenausfuehrung ist die DIN 1053 oder die jeweilige Zulaszung zu beachten. 4.4 Stoszfugen Nach DIN 1053-1 koennen die Stoszfugen vermoertelt und unvermoertelt ausgefuehrt werden. Die ueberwiegende Baupraxis ist die unvermoertelte Stoszfuge mit knirsch gestoszenen Ziegeln (siehe Bild 9). Der Abstand zwischen den knirsch gestoszenen Ziegeln soll 5 mm nicht ueberschreiten. Bei Stoszfugen von mehr als 5 mm Breite mueszen die Fugen beim Vermauern beidseitig flaechenbuendig mit geeignetem Moertel, z.B. Leichtmoertel, verschloszen werden. Wurde dies beim Mauern versaeumt, sind die offenen Stoszfugen nachtraeglich mit geeignetem Moertel unter Beachtung der Standzeiten (Faustregel: 1 Tag pro mm Moerteldicke/ Fugenbreite) rechtzeitig vor dem Putzauftrag zu schlieszen (siehe Tabelle 1). 4.5 Moerteltaschen und Fehlstellen Fehlstellen sind beim Vermauern flaechenbuendig mit Leichtmoertel zu schlieszen. Dies gilt auch fuer Nutund Federflaechen (Nuttiefe groeszer 8 mm) bzw. Moerteltaschen an Gebaeudeecken, Leibungen sowie bei Geruestloechern. Nachtraeglich sind Fehlstellen unter Beachtung der Standzeiten (Faustregel: 1 Tag pro mm Moerteldicke) rechtzeitig vor dem Putzauftrag zu schlieszen (siehe Tabelle 1). Lose Bestandteile des Putzgrundes sind zu entfernen und wie Fehlstellen zu behandeln. 4 Bild 8 Vollflaechiger Moertelauftrag Bild 9 Stoszfugenausfuehrung P U T Z S Y S T E M E 4.6 ueberbindemasz Das in der DIN 1053-1 geforderte ueberbindemasz von mindestens 40% der Ziegelhoehe (0,4 h) musz eingehalten werden. Dies entspricht bei groszformatigen Ziegeln ca. 10 cm. Die Ziegelhersteller bieten geeignete Eck- und Ergaenzungsziegel an, um die Einhaltung des ueberbindemaszes ohne zusaetzlichen Aufwand zu ermoeglichen (siehe Bild 10). 4.7 Schutz des Mauerwerks Der Rohbauunternehmer ist nach VOB/C ATV DIN 18299 Nr. 4.1.10 fuer das Sichern der Arbeiten gegen Niederschlagswaszer, mit dem normalerweise gerechnet werden musz, und seine etwa erforderliche Beseitigung verantwortlich. Durch langzeitig stark durchnaesztes Mauerwerk werden alle nachfolgenden Gewerke in ihren Zeitablaeufen und in ihrer Qualitaet gefaehrdet. Dies betrifft u. a. auch das Verputzen des Mauerwerks. 5. Pruefung und Beurteilung des Putzgrunds 5.1 Pruefung Vor Beginn des Putzauftrags musz der Auftragnehmer der Putzarbeiten im Zuge der Wahrnehmung der Pruef- und Hinweispflicht den Putzgrund gemaesz VOB/C DIN 18350 Putz- und Stuckarbeiten, Nr. 3.1.1 pruefen. Bedenken mueszen schriftlich angemeldet werden. Die Pruefungen sind im gewerbeueblichen Rahmen (Augenschein, Wischprobe, Kratzprobe, Benetzungsprobe) durchzufuehren. Der Auftragnehmer kann davon ausgehen, dasz ordnungsgemaesz hergestelltes Ziegelmauerwerk nach DIN 1053-1 den Anforderungen als Putzgrund genuegt (siehe dazu Abschnitt 4). Die Temperatur des Putzgrundes und der Luft darf + 5 C nicht unterschreiten [5]. Der Putzgrund musz tragfaehig, sauber sowie ausreichend trocken sein. Lose Bestandteile des Putzgrundes sind zu entfernen und wie Fehlstellen zu behandeln. Einzelne Ziegel, deren Sichtflaechen Trocknungs- oder Brennrisze aufweisen (siehe Bild 11), koennen ohne zusaetzliche Masznahmen verputzt werden. ueber mehrere Steinlagen hinweg gehende Risze, z. B. durch Bauwerksverformungen, sind nach Art und Ursache sowie den notwendigen Masznahmen durch die Bauleitung zu beurteilen (siehe Bild 12). Das gleiche gilt, wenn die Ausfuehrung des Mauerwerks nicht der DIN 1053 entspricht. Bei Materialwechseln im Putzgrund, z. B. auszen liegenden Waermedaemmplatten, sind besondere Masznahmen erforderlich (z. B. den Auftrag einer mineralischen kunststoffvergueteten Putzhaftbruecke und einer Putzbewehrung, siehe Bild 4). Diese Masznahmen sind in den Merkblaettern [2] und [3] beschrieben. Die dort beschriebenen Ausfuehrungshinweise sind zu beachten. 5.2 Feuchter Putzgrund Ist das Mauerwerk nur oberflaechig feucht, ist eine ausreichende Wartezeit bis zum Abtrocknen der Oberflaeche einzuhalten. Diese betraegt bei Ziegelmauerwerk erfahrungsgemaesz nur wenige Tage. Falls die oberflaechige Abtrocknung nicht abgewartet wird, musz die Standzeit des Unterputzes vor dem Auftrag der Oberputzlage auf 2 bis 3 Tage pro mm Putzdicke, d. h. mindestens 4 Wochen, erhoeht werden. Ist das Mauerwerk stark durchfeuchtet, d. h. Waszer ist ueber laengere Zeit in das Mauerwerk eingedrungen (z. B. in der Rohbauphase oder Dachrinnen werden zum Mauerwerk hin entwaeszert), soll eine genuegend lange Wartezeit eingehalten werden, da es sonst zu Riszbildungen, Farbveraenderungen oder Ausbluehungen an der Putzoberflaeche kommen kann. Wenn die erforderliche Wartezeit zur ausreichenden Trocknung des Mauerwerks nicht eingehalten werden kann, sind besondere Masznahmen 5 Bild 10 Wandecke mit Eckziegeln Bild 11 Ziegel mit Trocknungs- oder Brennrisz Bild 12 ueber mehrere Steinlagen hinweggehender Risz z.B. aus Bauwerkszetzungen Auszenputz auf Ziegelmauerwerk erforderlich. Wenn die Haftung des Unterputzes gewaehrleistet ist, hat es sich bewaehrt, auf den Unterputz nach verlaengerter Standzeit (2 3 Tage je mm Putzdicke), zusaetzlich einen Armierungsputz mit Gewebeeinlage aufzubringen. Alternativ kann auch ein Putz auf Putztraeger aufgebracht werden. Auszerdem koennen auch andere vom Putzmoertelhersteller empfohlene Ausfuehrungen vorgenommen werden. 6. Anforderungen an das Putzsystem Das Putzsystem musz in seinen mechanischen und bauphysikalischen Eigenschaften auf den Putzgrund Ziegelmauerwerk abgestimmt sein. Diese Anforderungen laszen sich mit einem geeigneten Putzsystem aus Werktrockenmoertel sicher erreichen. Die wesentlichen Eigenschaften (z. B. Druckfestigkeit, Rohdichte, Sieblinie) von Werktrockenmoertel werden regelmaeszig eigen- und fremdueberwacht und dokumentiert. Damit diese Eigenschaften auf der Baustelle erhalten bleiben, sind die empfohlenen Verarbeitungsrichtlinien der Putzmoertelhersteller (z. B. Maschinenausztattung) unbedingt einzuhalten. Gut bewaehrt haben sich Leichtputzsysteme, die in DIN 18550-4 genormt sind. Die mittlere Putzdicke des Leichtunterputzes musz 15 mm, die mittlere Dicke des Gesamtputzsystems musz 20 mm betragen. Einlagige waszerabweisende Putze aus Werkmoertel sollen nach DIN 18550- 2 eine mittlere Dicke von 15 mm haben. Leichtunterputze haben eine Druckfestigkeit = 5,0 N/mm2 (P II 2,5 bis 5,0 N/mm2, P Ic 1,0 bis 2,5 N/mm2,) und eine Trockenrohdichte des Festmoertels von 600 kg/m3 bis 1300 kg/m3. Das Putzsystem musz waszerabweisend nach DIN 52617 sein, damit ein dauerhafter Witterungszchutz gewaehrleistet werden kann. Darueber hinaus wurden in den letzten Jahren von vielen Putzmoertelherstellern speziell fuer hoch waermedaemmendes Ziegelmauerwerk Putze entwickelt und angeboten, welche in ihren Festigkeits- und Verformungseigenschaften optimiert sind. Ebenfalls auf Ziegelmauerwerk bewaehrt haben sich Waermedaemmputzsysteme (nach DIN 18550-3 oder mit Zulaszung), die in einem eigenen Merkblatt [1] beschrieben sind. 7. Herstellung des Auszenputzes 7.1 Verarbeitungszchritte Die Verarbeitung umfaszt folgende Arbeitszchritte: 1. Pruefung und Beurteilung des Putzgrunds, siehe Abschnitt 5, 2.Vorbereiten des Putzgrunds, 3. Aufbringen des Unterputzes und 4. gegebenenfalls Nachbehandlung des Unterputzes, 5. Aufbringen des Oberputzes, 6. gegebenenfalls Aufbringen des Egalisationsanstrichs bzw. des Anstrichs. Zur Orientierung sind die in Tabelle 1 angegebenen Mindeststandzeiten zwischen den Arbeitsgaengen zu beachten. Witterungsabhaengig koennen sich Abweichungen ergeben. Darueber hinaus sind die Herstellerangaben zu beachten. Fuer Waermedaemmputzsysteme (nach DIN 18550-3 oder mit Zulaszung) gelten abweichende Mindeststandzeiten, die in einem eigenen Merkblatt [1] beschrieben werden. 7.2 Vorbereitung des Putzgrunds Im Regelfall ist bei Ziegelmauerwerk keine besondere Putzgrundvorbehandlung erforderlich, da Werktrockenmoertel durch ihre besondere Zusammensetzung ein erhoehtes Waszerrueckhaltevermoegen und eine gute Haftung auf dem Putzgrund aufweisen. Der Putzgrund musz staubfrei, sauber und ausreichend trocken sein. Ebenso musz der Putzgrund frei von losen, die Putzhaftung beeintraechtigenden Bestandteilen sein. So sind z. B. Staub oder lose haftende Ausbluehungen trocken abzubuersten oder abzukehren. Bei Materialwechseln im Putzgrund sind z. B. die in den Merkblaettern [2] 6 Moertel-/Putzart Mindeststandzeit Leichtmoertel zur Bearbeitung 1 Tag je mm Moertel-/Putzdicke z. B. von Fehlstellen Stoszfugenbreite 10 mm: 10 Tage Fehlstellentiefe 15 mm: 15 Tage Unterputz 1 Tag je mm Putzdicke Tabelle 1: Mindeststandzeiten bis zum Auftrag der naechsten Putzlage Bild 13 Dehnfugenprofil Bild 14 Aufbringen des Unterputzes P U T Z S Y S T E M E und [3] beschriebenen Masznahmen auszufuehren. Bauteilanschluesze, z. B. an Gesimse, Fensterbaenke oder Fensterrahmen, bei denen ein getrennter Anschlusz notwendig ist, sind mit geeigneten Fugen- oder Anschluszprofilen auszufuehren. Bewegungsfugen des Bauwerks mueszen an gleicher Stelle und mit gleicher Bewegungsmoeglichkeit uebernommen werden (VOB/C DIN 18350 Nr. 3.1.3) (siehe Bild 13). 7.3 Aufbringen des Unterputzes Putzmoertel aus Werktrockenmoerteln koennen in der Regel ohne besondere Putzgrundvorbehandlung aufgebracht werden. Als bewaehrte Arbeitsweise wird empfohlen, den Unterputz in zwei Arbeitsgaengen - frisch in frisch - anzutragen. Im ersten Arbeitsgang wird dabei geruestlagenweise (siehe Bild 14) eine Schicht von ca. 10 mm Dicke angetragen, die im zweiten Arbeitsgang auf die vorgesehene Unterputzdicke von 15 bis 20 mm fertiggestellt wird. Glatt geriebene einlagige Auszenputze entsprechen nicht den anerkannten Regeln der Technik. Ist das Mauerwerk in exponierten Lagen laenger ungeschuetzt der Witterung ausgesetzt, z. B. mehr als eine Winterperiode, kann zum Schutz vor Durchfeuchtung und Frost eine Unterputzschicht aufgebracht werden. Das frisch aufgetragene Putzsystem ist vor schaedlichen Witterungseinflueszen, z. B. starker Wind, Sonne oder Frost, mit geeigneten Masznahmen zu schuetzen. 7.4 Putzbewehrung Putzbewehrungen mueszen, z. B. bei Materialwechsel im Putzgrund sowie an Ecken von oeffnungen (Diagonalbewehrung) (siehe Bild 4), faltenfrei eingebaut werden. Die Ausfuehrung einer Putzbewehrung kann in zwei Varianten erfolgen: 1. Aufbringen eines Armierungsputzes mit geeigneter alkalibestaendiger Glasgittergewebeeinlage auf den Unterputz oder 2. Einbetten der Bewehrung, z. B. aus geeignetem alkalibestaendigem Glasgittergewebe, in die obere Haelfte der zugbelasteten Zone des Unterputzes, moeglichst oberflaechennah. Die Putzbewehrung musz in Anlehnung an DIN 1102 Holzwolle- Leichtbauplatten und Mehrschicht- Leichtbauplatten im Stoszbereich mindestens 100 mm und auf benachbartes Mauerwerk mindestens 200 mm ueberlappen. Riszbildungen, z. B. durch unterschiedliche Setzungen verschiedener Gebaeudeteile, koennen durch eine Putzwehrung nicht verhindert werden. 7.5 Aufbringen des Oberputzes Die heute verfuegbaren Oberputze bieten eine Vielzahl an Gestaltungsmoeglichkeiten durch Farbgebung und Oberflaechenstruktur (siehe Bild 15). Vor dem Auftrag des Oberputzes musz fuer den Unterputz eine Mindeststandzeit von 1 Tag je mm Putzdicke eingehalten werden. Abweichende Angaben sind den Verarbeitungsrichtlinien der Hersteller zu entnehmen. Gebraeuchliche Oberputzdicken sind ca. 3 bis 5 mm. Darueber hinaus koennen auch dickere (z. B. Kratzputz) oder duennere Oberputzdicken gewaehlt werden. Auf Oberputzen mit geglaetteter, fein zugeriebener, gefilzter, oder verwaschener Struktur sind auch unschaedliche Haarrisze leicht erkennbar. Fuer diese Putze sowie Oberputze unter 2 mm Groesztkorn sind besondere Masznahmen erforderlich, z. B. der vorherige Auftrag eines Armierungsputzes mit Gewebeeinlage. 7.6 Aufbringen des Egalisationsanstrichs Bei farbigen Edelputzen, mit Ausnahme der Putzweise Kratzputz, musz grundsaetzlich ein Egalisationsanstrich vorgesehen und in Auszchreibung und Angebot aufgenommen werden. Die Ausfuehrung kann dann, im Einvernehmen mit dem Bauherrn, davon abhaengig gemacht werden, ob der gewuenschte Eindruck einen solchen Anstrich erfordert. Weitere Angaben enthaelt das Merkblatt [6]. 7.7 Sockelputz Im Sockelbereich von waermedaemmendem Ziegelmauerwerk haben sich, abweichend von DIN 18550-1, waszerabweisende Unterputze der Putzmoertelgruppe P II, deren Festigkeit im Bereich von 3,5 N/mm2 bis 7,5 N/mm2 (CS III nach prEN 998-1) liegt (z. B. Leichtputz), bewaehrt. Putze mit hoeheren Festigkeiten sollten auch im Sockelbereich vermieden werden. Zusaetzlich sind gemaesz DIN 18195 Bauwerksabdichtungen geeignete Masznahmen zum Schutz des Putzes gegen eindringende Erdfeuchtigkeit und Oberflaechenwaszer, z. B. durch Abdichtung und Schutzschichten, bei der Planung vorzusehen und vor dem Einbringen der Gelaendeanschuettung auszufuehren. Weitere Hinweise zur Ausfuehrung enthaelt die Richtlinie [7]. 7 Bild 15 Kratzen des Oberputzes Zitierte Merkblaetter und Richtlinien: [1] Waermedaemmputzsysteme auf Ziegelmauerwerk, Werktrockenmoertel Richtlinie 1996-09 [2] Merkblatt fuer das Verlegen und Verputzen von extrudierten Polystyrol-Hartschaumstoffplatten mit rauer Oberflaeche als Waermebrueckendaemmung 1993-11 [3] Mineralischer Auszenputz auf Holzwolle- Leichtbauplatten (HWL-Platten) und Hartschaum- Mehrschicht-Leichtbauplatten (Hartschaum-ML-Platten) nach DIN 1101, Stand 1995 [4] Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie; Ziegelbauberatung ZBB, Themenabschnitt 1.3.9 Deckenauflager von Maszivdecken auf Ziegelmauerwerk, Stand 1/2002 [5] Verputzen bei hohen und tiefen Temperaturen 2001-08 [6] Egalisationsanstriche auf Edelputzen 1995-11 [7] Richtlinie Faszadensockelputz/Auszenanlage 2002-01 Die Bezugsquellen der Schriften sind bei den Herausgebern zu erfragen oder koennen teilweise auch dort bezogen werden. Zitierte Normen: DIN 105 Mauerziegel 1989-08 DIN 1053-1 Mauerwerk; Berechnung und Ausfuehrung 1996-11 DIN 1102 Holzwolle-Leichtbauplatten und Mehrschicht-Leichtbauplatten nach DIN 1101 als Daemmstoffe fuer das Bauwesen; Verwendung, Verarbeitung 1989-11 DIN 18195-4 Bauwerksabdichtungen Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit (Kapillarwaszer, Haftwaszer) und nichtstauendes Sickerwaszer an Bodenplatten und Waenden, Bemeszung und Ausfuehrung 2000-08 DIN 18550-1 Putz; Begriffe und Anforderungen 1985-01 DIN 18550-2 Putz; Putze aus Moerteln mit mineralischen Bindemitteln, Ausfuehrung 1985-01 DIN 18550-3 Putz; Waermedaemmputzsysteme aus Moertel mit mineralischen Bindemitteln und expandiertem Polystyrol (EPS) als Zuschlag 1991-03 DIN 18550-4 Putz; Leichtputze; Ausfuehrung 1993-08 DIN 52617 Bestimmung des Waszeraufnahmekoeffizienten von Baustoffen 1987-05 prEN 998-1 Moertel fuer Mauerwerk, Putzmoertel Verdingungsordnung fuer Bauleistungen (VOB) VOB Teil C Allgemeine Technische Vertragsbedingungen fuer Bauleistungen (ATV) 2000- 12 DIN 18299 ATV Allgemeine Regelungen fuer Bauleistungen jeder Art 2000-12 DIN 18330 ATV Mauerarbeiten 2000-12 DIN 18350 ATV Putz- und Stuckarbeiten 2000-1 Herausgeber: Industrieverband Werkmoertel e.V. Dueszeldorfer Strasze 50 47051 Duisburg Telefon: 02 03/9 92 39 88 Telefax: 02 03/9 92 39 90 www.iwm-ev.de info@iwm-ev.de Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. Schaumburg-Lippe-Strasze 4 53113 Bonn Telefon: 02 28/9 14 93 24 Telefax: 02 28/9 14 93 12 www.ziegel.de argemauerziegel@ziegel.de Bundesfachgruppe Hochbau im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes Kronenstrasze 55-58 10117 Berlin Telefon: 030/20 31 40 Telefax: 030/20 31 44 19 www.zdb.de bau@zdb.de Deutscher Stuckgewerbebund Bundesfachgruppe Stuck-Putz-Trockenbau im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes Kronenstrasze 55-58 10117 Berlin Telefon: 030/20 31 45 22 Telefax: 030/20 31 45 83 www.stuckateur.de bau@zdb.de P U T Z S Y S T E M E Baustoffe Putzgrund Putzsystem Pruefen und Vorbereiten des Putzgrundes Auftrag des Unterputzes Auftrag des Oberputzes Ziegel nach DIN 105 oder allgemeiner bauaufsichtlicher Zulaszung mit uebereinstimmungszertifikat zur Anwendung als Bauprodukt und Gueteueberwachung Putzmoertel aus Werktrockenmoertel nach DIN 18550-4 gueteueberwacht gemaesz DIN 18557 Mauerwerk nach DIN 1053 und DIN 18330 (VOB/C) Lagerfugen vollfugig vermoerteln Stoszfugen = 5 mm oder vermoerteln ueberbindemasz einhalten Fehlstellen beim Vermauern mit Mauermoertel schlieszen Mauerwerk vor uebermaesziger Durchfeuchtung schuetzen Leichtputz nach DIN 18550-4 oder herstellerseitig empfohlener Putz Druckfestigkeit des Unterputzes = 5,0 N//mm2 Unterputz/Oberputz waszerabweisend nach DIN 18550 Pruefung gemaesz VOB ausreichend trockener sauberer Putzgrund lose Teile trocken entfernen Temperatur = 5 C in 2 Arbeitsgaengen: frisch in frisch besondere Masznahmen bei Materialwechsel im Putzgrund Mindeststandzeit des Unterputzes beachten gegebenenfalls Egalisationsanstrich auftragen Checkliste: Auszenputz auf Ziegelmauerwerk Ausgabe 05/02